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K+S Unterbreizbach (11.04.2013)

900 Meter unter der Erde

Gerüstbau Untertage: Die Gerüstbauer der WEMO-tec GmbH rüsteten im thüringischen Salzbergwerk Unterbreizbach einen Sylvinit-Bunker ein.

Die meisten Gerüste stellt die Eichenzeller WEMO-tec für Baustellen über Tage. „Es kommt aber auch schon mal vor, dass wir unsere Gerüste unter der Erdoberfläche in die Höhe bauen“, lächelt Thomas Lange. Der WEMO-tec-Bauleiter steht im Förderkorb des Salz-Bergwerkes der K+S Kali GmbH am Standort Unterbreizbach in Thüringen. Gemeinsam mit seinem Kollegen aus der Arbeitsvorbereitung, Detlef Nedela, ist er auf dem Weg nach unten – zu einer etwas anderen Baustelle. In einer Tiefe von rund 900 m unter der Erdoberfläche wird hier Kalisalz abgebaut. Nach knapp zwei Minuten stoppt der Korb auf Sole 1. Von dort geht es mit einem offenen Jeep noch mal 20 Minuten weiter bis zu ihrer Baustelle in der Sole 2. Hier unten haben sie Ende März 2013 im Auftrag der K+S drei Tage lang ein Arbeitsgerüst aus modularem Gerüstmaterial gestellt. „Die außergewöhnlichen Untertage-Bedingungen mussten wir bei der Arbeitsvorbereitung natürlich besonders beachten“, erklärt Detlef Nedela. Künstliches Licht, konstant 32 Grad Celsius und kaum Luftfeuchtigkeit: ohne Grubenlampe am Helm und Sauerstoffgerät dürfe die Gerüstbau-Kolonne Untertage nicht tätig werden. Außerdem müssten die Monteure gesundheitlich fit sein, denn diese Extrem-Bedingungen könnten zu Belastungen von Herz und Kreislauf führen.  „Das umgebende Salz an Decke, Wand und Boden bindet jegliche Feuchte“, sagt Bauleiter Lange. Sogar den Körperschweiß. Mit Salz verkrustete Augenbrauen seien nach harter, körperlicher Arbeit nichts Außergewöhnliches.

Selbst der Materialtransport musste spezifisch geplant werden. Wie bringt man fast 9 Tonnen Gerüst-Material in diese Tiefe? Der Förderkorb musste mehrmals beladen werden. Per Radlader wurde das Material dann bis zum so genannten Sylvinit-Hauptbunker 2 transportiert. Durch diesen trichterförmigen Behälter rutscht das abgebaute Kalisalz von der ersten bis zur zweiten Sole. Um es dort per Förderband abzutransportieren. Die defekte Stahlwanne des Bunkers wird mit Hilfe des Gerüstes bis Ende April 2013 repariert. „Aufgrund des runden Grundrisses des Bunkers war das Layher-Allroundsystem mit der Lastklasse 3 das einzig mögliche Systemgerüst“, macht Thomas Lange deutlich. Wegen der örtlichen Situation konnte kein Treppenturm gestellt werden. Material und Werkzeug brachten die Monteure mittels Winde in den Trichter ein, um dort das Arbeitsgerüst zu montieren.

Insgesamt kümmern sich 21 Gerüstbauer der WEMO-tec GmbH ausschließlich um Gerüste – über und Untertage – für K+S Kali. In vier Salz-Bergwerken: Neuhof-Ellers, Hattorf, Wintershall, Unterbreizbach.