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Faszination Brückentechnik auf der Humber Bridge

Faszination Brückentechnik

Heinz Manz ist von der siebtlängsten Hängebrücke der Welt einfach nur begeistert – die Humber Bridge in England.

Windgeschwindigkeit: 20,5 Meter pro Sekunde. Schwanken der Brückenpfeiler: bis zu 3 Meter. Bewegung in den Dehnungsfugen der Brücke: bis zu 1 Meter. Heinz Manz legt sich gegen den Wind. Er kann auf seinen beiden Beinen kaum gerade stehen. „Bei diesem Sturm ist heute an die Weiterprüfung der Humber Bridge nicht zu denken“, ruft er. Stattdessen wird er das kleinste Steg-BU-Gerät der WEMO-tec – das MBI 50-1/S Raupe – warten. Und die freie Zeit nutzen, um mit dem Lift in einem der beiden 155 Meter hohen Brückenpfeiler hinaufzufahren. Nach 5 Minuten Fahrt ist die Spitze des Pylonen erreicht. Von hier oben hat der 55-Jährige einen phantastischen Blick über die beeindruckende Brücke sowie den Fluss Humber, der an der Ostküste Englands in die Nordsee mündet.

Wettereinflüsse

Die Humber Brigde verbindet die beiden englischen Städte Hessle am Nordufer und Barton-upon-Humber am Südufer des Humbers. Mit 2.200 m Gesamtlänge und einer Mittelspannweite von 1.410 m war die Brücke von 1981 bis 1998 die längste Hängebrücke der Welt. Und das mit nur zwei Pfeilern. Mittlerweile rangiert sie auf Platz 7 der längsten Hängebrücken weltweit. Vom 28.07. bis 15.08.2014 steuerte Heinz Manz das BU-Gerät im Auftrag der Firma Humber Bridge Board für eine notwendige Brückenprüfung. „Die vierspurige Straßenverkehrsbrücke hat außerdem beidseitig einen Fuß-/Radweg“, erklärt Manz, „nur von dort aus war die Prüfung überhaupt möglich.“ Und das eben nur mit dem 1,60 m schmalen sowie 3 Tonnen leichten MBI 50. Im 4-Meter-Rhythmus prüften die Ingenieure Brückenträger für Brückenträger. „Da die Raupe eine Höchstgeschwindigkeit von lediglich 6 km/h hat, dauerte die Prüfung entsprechend lange“, meint der BU-Gerätefahrer. Zudem benötigten die Prüfer zwei Durchgänge für die Bauwerkskontrolle: Markierung der kritischen Stellen im ersten und genaue Begutachtung dieser Stellen im zweiten Durchgang. Natürlich beeinflusste auch das Wetter in Küstennähe den Brücken-Check. An zwei Tagen konnte wegen Sturmes überhaupt nicht geprüft werden. An einem weiteren Tag war die Humber Bridge von einem Augenblick zum nächsten komplett in Nebel gehüllt – Abbruch der Inspektion.

Zusätzlich inspizierte Heinz Manz mit dem BU-Gerät während des dreiwöchigen Einsatzes eine Gehwegbrücke über ein Naturschutzgebiet bei Blumham (rund 25 km nördlich von London). Darüber hinaus unterstützte er den britischen Kollegen David Barker bei einer nächtlichen Bahnbrückenprüfung zwischen Birmingham und Nottingham.

Woran er sich nach seinem Einsatz sicherlich erinnern wird? An die faszinierende Technik der Humber Bridge. „Es ist unglaublich, welche Konstruktionen heute möglich sind“, schwärmt Brückenfan Manz, „diese Dynamik und Bewegung im Beton.“


Humber bridge
Humber bridge
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